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Packende Konzerte des Musikvereins Hallstadt

Die Orchester des Musikvereins Hallstadt zeigten am letzten Wochenende in ihren Frühlingskonzerten die außerordentlichen Möglichkeiten überzeugend dargebotener Blasmusik. Der Bogen wurde von der Marschmusik über Filmmusik zur Oper und vom Musical bis zur symphonischen Blasmusik gespannt. Eine Vielfalt, die kaum eine andere Musikgattung leisten kann.

Die Hallstadter Musiker präsentierten sich wieder einmal bestens disponiert und zogen alle Register ihres Könnens. Die Stadtkapelle unter der Stabführung ihres Dirigenten Klaus Hittinger zählt seit Jahren zu den führenden Blasorchestern Nordbayerns. Zum einen, weil es ihnen immer wieder gelingt, die Seele des Musikstückes zu erkennen und dem Zuhörer zu vermitteln, zum anderen, weil technische Schwierigkeiten aufgrund bester Vorbereitung souverän gemeistert werden.

Dies zeigte sie gleich zu Beginn mit dem „Spring March“ und der Volksoper „Porgy and Bess“ von George Gershwin, letzteres für symphonisches Blasorchester arrangiert von James Barnes. Anschließend verströmte Musik aus dem Kultmusical „Tanz der Vampire“ die nötige Atmosphäre. Ein Höhepunkt der Konzerte war zweifelsohne das Werk „Dutch Masters Suite“ von Johan de Meij. Der Komponist ließ sich von einem Besuch des Rijksmuseums Amsterdam inspirieren und vertonte die Eindrücke von drei Bildern alter Meister in eine moderne Tonsprache. Rembrandts „Nachtwache“ und „Prinzenstag“ von Jan Steen waren die beiden aufgeführten Sätze des eigentlich dreisätzigen Werkes.

Hierbei gelang es der Stadtkapelle Hallstadt eindrucksvoll, die düstere, bedrückende Stimmung des Aufmarsches der mittelalterlichen Nachtwache nachzuzeichnen. Im Gegensatz dazu war für viele der Prinzenstag der eigentliche Höhepunkt des Konzertes. Während ein kleiner Teil der Musiker ein Trinklied anstimmte, spielten die anderen Musiker eine Wirtshausszene nach, indem sie sich fröhlich unterhielten, Karten spielten, würfelten, sangen. Die Stimmung steigerte sich, immer mehr Musiker begannen verschiedene Lieder zu spielen, bis das Ganze in chaotische Zustände mündete, indem jeder kreuz und quer durcheinander musizierte. Selbstverständlich löste sich die Spannung durch die Rückkehr in eine strahlende Hymne.

Auch bei den weiteren Werken zeigte die Stadtkapelle ihre Gestaltungskraft. Die Filmmusik zum dritten Teil von „Fluch der Karibik“ fesselte die Zuhörer, „Marchissimo“ von Philip Sparke, „Sheperds Hey“ und „Irish Tune“ von Percy A. Grainger rundeten das Programm der Stadtkapelle ab.

Schon mehrmals wurde der Musikverein Hallstadt für seine über viele Jahre hinweg ausgezeichnete Jugendarbeit geehrt. So verwunderte es nicht, dass mit der Jugendkapelle, den Blasbälgern und den Fortissimos weitere Klangkörper die Konzerte bereicherten.

Die 30 Musiker der Jugendkapelle unter der Leitung von Teresa Diller ließen am Samstag mit einem hörenswerten Programm aufhorchen. Sie eröffneten mit „Cantus Jubilante“, einem der Pflichtstücke für Mittelstufenorchester, und brachten anschließend „Filmerfolge“ mit einem feinen Trompetensolo zu Gehör. Auch bei „Spiritual Moments“ wurde deutlich, dass dem Musikverein um qualifizierten Nachwuchs nicht bange sein muss, wurde doch in allen Registern auf sehr hohem Niveau musiziert. Viel Applaus forderte die Zugabe „Miss Marple“ ein.

Am Sonntag bereicherten die Blasbälger und Fortissimos zum ersten Mal unter dem Dirigat von Kathrin Motschenbacher das Konzert. Die 25 Musiker im Alter von ca. 10 bis 13 Jahren folgten aufmerksam und diszipliniert ihrer Chefin am Pult. Mit „Pirate Ouverture“ und „A Prehistoric Suite“ betonten sie mehr die konzertante Seite der Blasmusik und spielten mit guter Intonation und sicherer Tongebung. Ihr schönes Programm rundeten sie mit den Unterhaltungsstücken „Charming Charly Cha-Cha“ und „Jus´ Plain Blues“ ab. Auch hier durfte eine Zugabe nicht fehlen.

 

Erste Vorsitzende Lena Thiem, die bestens informiert durchs Programm führte, bedankte sich bei allen Mitwirkenden, bei den zahlreichen Ehrengästen und allen Helfern, die die Gäste bewirteten und die Turnhalle zu einem Konzertsaal umbauten.

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